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026 Frische Paradies Niederreuther

Das Frische Paradies Niederreuther liegt auf dem Münchner Schlachthofareal in der denkmal-geschützten ehemaligen Sanität und erstreckt sich unübersichtlich in verschieden angrenzende Bauten. Der gesamte Abholermarkt inklusive der Haustechnik sollte neu konzipiert und erheblich vergrößert werden. Grundliegender Ansatz ist die heterogenen Räume individuell zu stärken und ihnen jeweils eine Warenabteilung zuzuordnen. Die Abteilungsräume werden atmosphärisch kontrastiert, indem jeder spezifische Material- und Fügungsthemen erhält. Die Themen sind teils aus historischen, vorgefundenen Elementen, teils aus Aspekten der unterschiedlichen Warenpräsentationen entwickelt.

Der Kunde bewegt sich von Raum zu Raum, von Warenabteilung zu Warenabteilung. Durch die punktuelle Konzeption und die entsprechende Positionierung der neu hinzugefügten Bauteile und Anbauten wurde zugleich ein phasenweiser Umbau bei laufendem Betrieb ermöglicht.

Die denkmalgeschützte Sanität wird durch die zurückhaltende Gestaltung der beiden Anbauten mit dunkler Asphaltfassade (Anlieferung und Bistro) freigestellt und aufgewertet.
In die vorhandenen Mauerwerksbögen werden die Windfänge mit Stahlschalen eingepasst. Der Innenraum konnte durch das Extrudieren der Windfänge vollkommen freigeräumt und als großer Marktraum ausgebildet werden. Im Sinne der Homogenität von Baukörper und Innenraum werden alle Wandoberflächen mit roter Ziegelschlämme behandelt.
Das Bistro ist ein überdimensionaler rauer Holzklotz, der im Inneren eine feine strukturelle Holzfügung erhält. Durch die Öffnung des Innenraums zu den angrenzenden Marktbereichen und über das riesige Stahlfenster nach außen erhält es trotz Randlage große Präsenz in der Raumabfolge.
In der angrenzenden Halle bildet ein verchromter Regalkörper, mit einer Gewürzkammer im Inneren, verschiedene Warenabteilungen. Die homogene Hochglanzoberfläche spiegelt zu den verschiedenen Seiten die jeweiligen Abteilungen wieder.
In der Weinabteilung wurde das historische Schienensystem zur Lagerung von Schweinehälften überhöht und zur Aufhängung von Hängeregalen verwendet. Die Wandoberfläche ist in Annäherung an Weinkisten und Paletten aus Sperrholzplatten gefügt.

Es entsteht eine Collage, ein Setzkasten, der erst durch den Kundenrundgang zu einer räumlichen und atmosphärischen Gesamterfahrung wird.

ROBERTNEUN™ Baecker Buschmann Friedrich Architektenpartnerschaft

Adresse: Zenettistrasse 10, 80337 München
Bauherr: Frische Paradies Niederreuther
Nutzfläche: 2.056,67 m2
Bruttorauminhalt: 2.700,00 m3
Planung: 01/2006
Fertigstellung: 11/2007
Mitarbeiter: Johannes Gramse, Henning Watkinson
Tragwerksplanung: Dipl.-Ing. Timotheus Brengelmann, München
Haustechnikplanung: Eneratio, Hamburg
Brandschutz: hhp, Berlin
Ausführende Rohbaufirma: K. Baumann Naugesellschaft mbh, Kolbermoor
Ladenbau: Linde Ladenbau gmbh & co kg, Hannover
Fotos: Annette Kisling