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040 Wohnscheiben Osdorp

Zu Beginn der 80er etablierte sich Osdorp als einer der ersten autonomen Stadtbezirke von Amsterdam und ist heute ein Ortsteil von Amsterdam Nieuw-West. Nach dem Gemeindeplan ‚Richting Parkstad 2015’ wurden seit 2001 nicht nur viele der Altbauten durch Neubauten ersetzt, sondern vor allem neues Bauland für Wohnnutzungen erschlossen. Im Zuge der weitreichenden Umstrukturierungen des Stadtrandes waren vier neue Wohnscheiben inmitten eines artifiziellen Wasserparks vorgesehen.

Entsprechend des definierten Standorts besetzen die 11-geschossigen Scheiben zugunsten der maximalen Baumasse, respektive 390 Apartments die jeweilige Baugrenze. Das Diktat, zeitgleich eine so große Wohnungsmenge zu vermarkten stellt nicht nur gängige Repetitionstypologien in Frage, sondern fordert eine hohe Adaptionsfähigkeit der Wohnungen bezüglich Größe und Zuschnitt.

Demzufolge wurden Grundrisse entwickelt, auf dessen Basis auch ein breites Spektrum an unterschiedlichen Layouts im fortgeschrittenen Planungsprozess möglich ist. Ein zentraler Erschließungskern mit umlaufendem Gang, sowie eine Anzahl von strategisch positionierten Installationsschächten ermöglichen die Einheiten untereinander zu spiegeln und zu verschieben, sowie verschiedene Raumkonfigurationen innerhalb eines Apartments.

Jede Wohnung verfügt über einen Wintergarten, der über die gesamte Breite entlang der Fassade Außenraumqualitäten ins Innere bringt. Durch seine Lage vergrößert das gläserne Zimmer den Wohnbereich und kann diesem durch eine faltbare Glaswand zugeschaltet werden. Die Zweigeschossigkeit einiger Wintergärten durchbrechen und verweben die gestapelten Ebenen sichtbar und erweitern den Wohnraum vertikal.

Die Fassade wird durch die Projektion der inneren Organisation und die Überlagerung von drei Teilungsprinzipien gegliedert. Zum einen sind die geschossweise verspringenden Trennlinien der Wohnungen durch eine Aluminiumverkleidung markiert, zum anderen ergeben die gespiegelten und verschobenen Wohnungseinteilungen einschließlich Balkonen und Wintergärten ein spielerisches Bild zwischen Abwechslung und Wiederholung, zwischen Individualisierung und Standardisierung.

Die vier Scheiben stehen auf einer gemeinsamen Parkgarage, die mit Hilfe riesiger Lufträume natürlich belichtet und belüftet wird. Durch ihr bepflanztes Dach und die durch Auskragungen geschützten, erdgeschossigen Eingangslobbys wird die unmittelbare Umgebung der Häuser Teil des Parks.

Wiel Arets Architects

Adresse: Jan van Zutphenstraat, 1069 RS Amsterdam
Bauherr: Bouwbedrijf M.J. De Nijs en Zonen BV, Fortis, Rochdale, Eigen Haard
Nutzfläche: 59.000 m2
Leistungsphasen: 1-9
Planung: 2002-2007
Fertigstellung: 2010
Mitarbeiter: Wiel Arets, Bettina Kraus, Mai Henriksen, Jacques van Eyck, Arthur Claassens, Phillip Dirix, Harold Hermans, Rob Willemse
Tragwerksplanung: Van Rossum Ingenieurs BV
Haustechnikplanung: Wetering Raadgevende Ingenieurs BV, Hiensch
Ausführende Firma: Bouwbedrijf M.J. De Nijs en Zonen BV, Permasteelisa