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109 Haus D

Wettbewerb 1. Preis

Das neue Haus steht auf einem schmalen Grundstück zwischen zwei konventionellen Wohnhäusern, westlich ein kleines mit Satteldach und östlich ein großes mit Walmdach. Seine Geometrie vermittelt zwischen den angrenzenden Volumen. Unter Bezugnahme auf bestehende Baufluchten und Höhen wird eine eigenständige Kubatur geformt, die sich unaufgeregt in den Ort einfügt. Durch die besondere Randlage des Grundstücks wird die Qualität des privaten Gartens um die Weite des straßenseitigen bewaldenden Hanges ergänzt.

Die räumliche Organisation des Hauses ist aus den präzisen Vorgaben zu Gewohnheiten des Zusammenlebens und persönlichen Vorlieben entwickelt. Bei der Positionierung der gemeinsamen Familienrituale, dem Essen, Musizieren und Saunieren, stehen schöne Ausblicke und Außenraumbezüge im Vordergrund. Bei den individuellen Räumen und Nutzungen sind Rückzug und Adaptierbarkeit auf die jeweiligen Bedürfnisse maßgebend. Die Gliederung des Hauses wird über drei Ebenen von drei Raumprinzipien und den damit verbunden unterschiedlichen Erfahrungen bestimmt.

Die gemeinschaftlichen Wohnbereiche im Erdgeschoss wickeln sich als Kontinuum um ein hoch installiertes kompaktes Kernmöbel, welches sämtlichen Nebenräume integriert. Die ringförmige Enfilade im Erdgeschoss ermöglicht durch ihre Wegeführung in zwei Richtungen je nach Stimmung ein aufeinander Zugehen oder sich aus dem Weg gehen. Alle Geschosse sind über eine zentrale Treppe verbunden, deren Auftakt als konzentrierter Drehpunkt an der Schnittstelle zwischen Eingang und dem gartenseitigen Wohnbereich liegt.

Von den zwei aus dem Gebäudevolumen subtrahierten Außenräumen bildet der erste eine überdachte Eingangszone, die je nach Witterungsbedingungen zugleich einen geschützten Autostellplatz anbietet. Der zweite Einschnitt verzahnt als halbüberdachte ebenerdige Terrasse Innen und Außen. Während das teilweise auskragende Dach das Haus von außen homogenisiert, bilden seine unterschiedlich steilen Schrägen in den Innenräumen individuelle Raumschnitte und Deckenspiegel aus.

Analog der Kubatur des Hauses, lotet die Materialwahl die Grenzen zwischen ortsüblicher tradierter Bauweise und avancierter Andersartigkeit aus. Der auf den ersten Blick monolithische Baukörper mit großen Öffnungen integriert sich auf den zweiten Blick kontextuell durch seine feine, an ortstypische Farben und Maßstäbe angelehnte Textur. Die großformatigen Fenster mit minimaler Teilung intensivieren den Außenbezug.

Adresse: Hamburg
Bauherr: Privat
Programm: Wohnen
Größe: 270 m2 BGF
Leistungsphasen: 1-5
Planung: 10/2014-09/2016
Projektteam: Alexander Thomass, Niklas Fanelsa Tragwerksplanung: 
Ingenieurgesellschaft Stürzl mbH