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017 Wohnung FvM62

Die Wohnung in einem typischem Amsterdamer Backsteinhaus aus den frühen 1920er Jahren im Museumsquartier Amsterdams wurde mit geringfügigen strukturellen Umbau-, jedoch weitreichenden Ausbaumaßnahmen entsprechend den Vorstellungen des neuen Besitzers individualisiert.

Die gemeinschaftlichen Bereiche Wohnen, Kochen und Essen sollten deutlich vergrößert werden und gegenüber den privaten Zonen Schlafen, Bad, WC in einem Flächenverhältnis von zwei zu eins stehen. Zugunsten eines großzügigen Durchwohnens, von Straßen- bis Hoffassade wurden die ursprünglichen Bereiche Kochen und Schlafen in ihrer Lage getauscht. Entlang dieses Allraums liegen zwei kleinen Zimmer, Diele und Nassräume. Das zuvor einseitig erschlossene Badzimmer wurde mittels eines weiteren Durchbruches mit einem der Schlafzimmer verbunden und damit Teil einer Zirkulationsschleife.

Ein neues, hohes Fenster aus farbigem Spionglas zum öffentlich natürlich belichteten Treppenhaus gibt dem Bad Kontakt zu Tageslicht. Der einseitige Blickbezug vom Bad zur Wohnungstür spielt mit dem Widerspruch zwischen privatestem und öffentlichstem Bereich, zwischen Nacktheit und Bekleidung. Deckenhohe Spiegelflächen in voller Raumbreite verdoppeln die räumliche Wirkung der kleinen Nassräume.
Ein wasserabweisendes Polyurethan Coating der Sekundärräume ermöglicht die Reduktion auf eine Farboberflächenbehandlung aller Decken und Wände der Wohnung. Oberflächigbündige Berührungslichtschalter und abgedeckte Steckdosen sind ebenfalls in Wandfarbe überstrichen.

Das Verlegen eines schwellenlosen Fischgrätenparketts aus geweißtem Wenge geht auf die gleiche reduktive Absicht zurück. Zugunsten des komplett durchgängigen Bodens sind alle Radiatoren über die Decke an die Verteilleitungen angeschlossen.
Maßgefertigte Schrankzonen, in diversen Tiefen und Höhen sowie eine Kücheninsel mit auskragendem Tischblatt übernehmen den gesamten Bedarf an Stauraum. Die Konfiguration der qualitativ hochwertigen fixierten Möbel aus unterschiedlich hartem Material, wie Coriant, Holz, Leder richtet sich sowohl nach Funktion, als auch verschiedenen Fensterformaten und Positionen. Alle neuen eingebauten Türen heben sich nicht alleine durch ihre geschoßhohe Dimension vom Türenbestand ab, sondern auch durch ihre mit den Einbauschränken übereinstimmende Detaillierung.

Bettina Kraus Architektin

Adresse: Frans van Mieresstraat 62, 1071 RW Amsterdam
Nutzfläche: 85m2
Bruttorauminhalt: 255m3
Leistungsphasen: 1 - 9

Planung: 2003
Fertigstellung: 2004
Haustechnik: Wetering Raadgevende Ingenieurs BV
Photos: Jan Bitter