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028 Galerie Giti Nourbakhsch

Die Galerie Giti Nourbakhsch war nach den Jahren im Bezirk Mitte so erfolgreich, dass nicht mehr die Lage der Galerie von Bedeutung war. Ein neuer Ort in Berlin, abseits des Hypes, großstädtisch und doch idyllisch wurde gesucht.

Ein sehr charmantes Grundstück mit drei vorhandenen Gebäuden und zwei Außenräumen wurde in der Kurfürstenstrasse zwischen Potsdamer Strasse und dem 90° Grad gefunden. Ausgangspunkt bildeten einerseits die drei vorhandenen Gebäude, die zuletzt als Fensterbaufirma genutzt wurden und über die Jahre bis in die letzte Ecke vollgestopft wurden mit abgehängten Odenwald-Decken, Nadelfilz, Sauerkrautplatten, Gipskartonwänden.
In diesen sehr unterschiedlichen Räumen sollten zwei Ausstellungshallen, das Galeriebüro, Lagerflächen, sowie die Wohnräume der Galeristin untergebracht werden. Um das Areal maximal zu beleben und die verschiedenen Raumqualitäten der Gebäude zu nutzen wurden die drei Hauptnutzungen so verteilt, dass es mehrfach zu Nutzungsüberlagerungen kommt. Das Wohnzimmer liegt direkt neben dem Ausstellungsraum, die Küche am öffentlichen Hof, welche die Teeküche und Bar bei Vernissagen ist. Es entsteht eine Welt verschiedenster Orte, in der die Galerisitin immer wieder Möglichkeiten erhält, Räume zu öffnen oder abzugrenzen, je nach Besucher oder Veranstaltung.

Das architektonische Konzept war, die Gebäude bis auf Ihre Rohbaustruktur und Fassaden auszuräumen, um auf dieser neu geschaffenen Grundlage weiterzubauen. Es wurden schlussendlich robuste Räume geschaffen, die vor allem durch Ihre großzügigen Proportionen und Ihre nur gering behandelten Rohbau-Oberflächen charakterisiert wurden (gekalkter Sichtbeton, geschlämmte und gestrichene Backsteinwände, roh geputzte Mauerwerkswände, gestrichene Dach-Holztragwerke, etc.). An vier Stellen wurden fast gewaltsam riesige Fenster geschnitten, um die räumlichen Beziehungen und die verschiedenen Programmteile untereinander und zu den Höfen in ein direktes räumliches Verhältnis zu setzen und die Höfe zu zentralen Orten zu machen. Wenige zusätzliche raumbildende Elemente stellen ebenfalls sehr große Möbel (Küchentresen mir Rückbuffet, Badmöbel mit integrierter Badewanne und WC, Lagermöbel mit grossen Flügeltüren und ein Archivregal im Büro) dar, die freigespielt in die gerade erst freigelegten Räume eingestellt wurden.

ROBERTNEUN™ Baecker Buschmann Friedrich Architektenpartnerschaft

Adresse: Kurfürstenstrasse 12, 10785 Berlin Bauherr: Giti Nourbakhsch
Nutzfläche: 800,00 m2
Bruttorauminhalt: 3.200,00 m3
Leistungsphasen: 1 - 9
Fertigstellung: 2006
Mitarbeiter: Christian Bruna
Tragwerksplanung: Dipl.Ing. Doliva, Berlin
Fotos: Annette Kisling