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082 Anbau Bundesrat

Machbarkeitsstudie

Gegenstand der Untersuchung ist die mögliche Realisierung eines westlichen Anbaus an das bestehende Bundesratsgebäude. Er soll im Wesentlichen als Ersatz für den sogenannten A-Flügel des Detlev-Rohwedder- Hauses dienen. Zur Büroflächenverlagerung kommt ein Besucherzentrum, das zur Optimierung des Besucherbetriebes unter funktionalen und sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten entwickelt werden soll. Zur maximalen Ausnutzung der Liegenschaft Leipziger Straße 2 sind unter immobilienökonomischen Aspekten zusätzliche Büroflächen für Zwecke des Bundes vorgesehen.

Das schmale Grundstück zwischen dem Bundesratsgebäude und der angrenzenden Randbebauung am Leipziger Platz reicht von der Leipziger Straße bis zur Erna-Berger-Straße. Die verschiedenen städtebaulichen Bedingungen werden im Interesse der Aufgabenstellung eingebunden. Als Passstück vermittelt das Volumen zwischen
dem solitären ehemaligen Herrenhaus und dem städtischen Leipziger
Platz. Während die Flächen an der Leipziger Straße durch eine geschlossene Bauweise und große Bautiefen gekennzeichnet sind, beschränkt die Baugrenze
des linearen Grundstücks parallel zum ehemaligen Preußischen Herrenhaus die Bebauungstiefe zu Gunsten einer guten Belichtung. Diese Proportionen des Grundstücks, mit einer kurzen Seite zur öffentlichen Leipziger Straße und einer langen Seite zum Bestandsgebäude des Bundesrats, entsprechen dem Bedarfsverhältnis der öffentlichen Flächen des Besucherzentrums zu den internen Verwaltungsflächen. Dementsprechend sind die Flächen des Besucher-Zentrums mit hohem Öffentlichkeits- und Attraktivitätsgrad dem zur Leipziger Straße orientierten Gebäudeteil zugeordnet. Die Verwaltungsflächen sind auf dem hinteren Teil des Grundstücks vorgesehen. Das Bürogebäude, zur Vermietung für die Zwecke des Bundes durch die BImA, ist dabei unabhängig vom Bundesrat von der Erna-Berger- Straße erschlossen.

Im heterogenen Stadtfeld zwischen dem Bundesratsgebäude mit Ehrenhof als Solitär und
der städtischen Leipziger Straße orientiert sich der Anbau aufgrund seiner großzügigen Geschossigkeit eindeutig zum Hauptsitz des Bundesrats. Der Bezug unterstützt die Lesbarkeit des Gebäudes als Teil des Bundesrats. Im Fassadenentwurf gilt es, trotz der Fortführung der Arkaden des Leipziger Platzes, die Zugehörigkeit zum Bestandsgebäude des Bundesrats zu stärken. Der neue einladende Zugang für das Besucherzentrum zum Bundesrat, als weitere Adresse für den Bundesrat erhält einen zurückhaltenden Ausdruck gegenüber dem repräsentativen Zugang, über den Ehrenhof des Bestandsgebäudes. In Addition zum Bestandsgebäude, das Solidität und Würde ausstrahlt, steht der Neubau für Offenheit und zeitgenössischen Ausdruck.

Adresse: Leipziger Strasse 3-4, 10117 Berlin
Bauherr: BImA vertreten durch BBR, BMVBS
Bedarfsträger: Bundesrat
Programm: Besucherzentrum, Büro, Druckerrei, Parkgarage
Größe: 20.360m2 BGF
Leistungsphasen: 1-2
Planung: 2013
Projektteam: Tobias Bamberg, Silvia Huth, Ole Hallier, Tammo Spindler
Haustechnik: Dipl.-Ing. Thomas Wilken, Energiedesign
Kosten: Dipl.-Ing. Axel Schnittcher