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113 Berghof Stiftung

Das Doppelhaus Lindenstraße 34.35 aus dem Jahr 1911 ist ein Teil des Blocks Ritterstraße-Nord, der zusammen mit der benachbarten IBA Bebauung unter denkmalrechtlichem Ensembleschutz steht. Im vorwiegend von Galerien genutzten Haus wurden das 3. und 4. Obergeschoss für die Berghof Foundation zu Büro- und Konferenzzwecken umgebaut.

Bei der Umplanung mussten die besonderen Nutzungsanforderungen der Stiftung mit den Eingriffsmöglichkeiten in das denkmalgeschützte Gebäude in Einklang gebracht werden. Neben den großen Spannweiten des frühen Stahlbetonbaus, ist das Haus durch seine stark profilierte Tragstruktur und durch Zerstörungsspuren aus dem zweiten Weltkrieg geprägt. Die großräumigen Etagen mit industriellem Charakter sollten auch nach dem Ausbau den prägenden Rahmen bilden.

Aufgrund vertraulicher Arbeitsprozesse in der Stiftung ist eine größere Anzahl von kleinen, abgeschlossen Räumen erforderlich, die in mehreren Holzkörpern untergebracht, frei und linear zueinander im Raum stehen. Anstatt Einzel- oder Großraumbüros wurde eine typologische Überlagerung aus weitläufigen Räumen mit abwechselnd offenen und geschlossenen Arbeitsbereichen entwickelt, welche nicht nur die horizontalen und vertikalen Bestandsproportionen der Etagen im vollen Umfang erlebbar macht, sondern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Nutzer unterstützt.

Ein Auditorium mit angeschlossenem Kantinenbereich und eine Bibliothek bilden zwei halböffentliche Sonderbereiche innerhalb der Stiftungsräumlichkeiten. Die zweigeschossige Bibliothek mit interner Treppe ist von beiden Etagen zugänglich und bildet im Zentrum der Stiftung eine einzigartige, vertikale Raumstruktur, die in Ausrichtung und Ausformung den restlichen kubischen Holzeinbauten folgt.

Im Kopf des Gebäudes befindet sich ein Auditorium, das, in Anlehnung an das runde Treppenhaus, einen oktogonalen Grundriss besitzt. Diese richtungslose Form des Grundrisses eignet sich in besonderer Weise für hierarchielose Ausstellungen, Konferenzen und Auditorien der Berghof Foundation. Die gefaltete, abgehängte Saaldecke verbirgt alle haustechnisch notwendigen Einbauten, während in allen sonstigen Bereichen der Stiftung die Installationen im Rhythmus zur Gebäudestruktur sichtbar untergebracht sind. Die hochwertig verarbeiteten Materialien der Einbauten, wie Holz, Terrazzo, Glas und Stoff bilden einen Kontrast zur groben Bestandsstruktur und ergänzen diese gleichzeitig auf selbstverständliche Weise.

Adresse: Lindenstrasse 34-35, 10969 Berlin
Bauherr: Berghof Stiftung
Programm: Büro Größe: 1.800 m2 BGF
Leistungsphasen: 1 - 9
Planung: 2017 - 2019
Projektteam: Christian Gork, Malte Heinze
Tragwerksplanung: ifb frohloff staffa kühl ecker
Gebäudetechnik: Building Applications Ingenieure, Kasche, Lußky, Krühne
Brandschutz: Arup Berlin